Der Totenkopfschwärmer als Honigdieb

Der Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos) gehört zu den größten einheimischen Schmetterlingsarten. Als Nachtfalter und Schwärmer ist er den Meisten von uns weniger bekannt. Gut getarnt entzieht er sich den Blicken. Namensgebend für diesen Falter ist die klare Totenkopfzeichnung auf dem Thorax des Falters.  Von der Größe ist er nur mit dem Windenschwärmer (Herse convolvuli) zu verwechseln, der ebenfalls zu den Wanderfaltern gehört.

Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos)
Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos)
Windenschwärmer (Herse convolvuli)
Windenschwärmer (Herse convolvuli)

Der Totenkopfschwärmer wandert im Mai-Juni aus Südeuropa ein und legt seine Eier auf Nachtschattengewächsen ab. Im Spätsommer erreicht uns eine zweite Einwanderungswelle dieser interessanten Art aus Südeuropa oder es schlüpfen Falter aus der 1. Generation. Somit ergibt sich ein Hauptvorkommen bei uns im August und September. Die sehr flugkräftigen Tiere verbrauchen eine ernorme Menge an Energie. Mit ihrem dicken Saugrüssel nehmen sie allerdings so gut wie keinen Nektar zu sich, auch ist ein saugen an "blutenden Bäumen" nicht bekannt. Vielmehr hat sich die Art an die Nahrungsaufnahme von Honig in Bienenstöcken spezialisiert.

Um die Nahrungsaufnahme im Bienenstock zu dokumentieren, bin ich mit geschlüpften Faltern zu einem Imkerfreund - Danke Ulli!. Zunächst einmal musste ich  meine Kamera-ausrüstung in respektvollem Abstand aufbauen. Zunächst wollte ich natürlich den Totenkopfschwärmer vor dem Bienenstock aufnahmen. Zwischen den ganzen anfliegenden Bienen ohne Imkerschutz keine einfache Aufgabe.

Totenkopfschwärmer wird von einer Wächterin in das Vorderbein gebissen.
Totenkopfschwärmer wird von einer Wächterin in das Vorderbein gebissen.
Im Bienenstock
Im Bienenstock

Schließlich gelangen auch Aufnahmen von Totenkopfschwärmern auf der Wabe. Die Falter geben bei Beunruhigung einen lauten Pfiepton von sich. Damit werden sicher größere Feinde verstärkt durch die gelben Flügel vertrieben. An die Lebensweise im Bienenstock hat sich der Falter aber auf eine ganz andere Weise angepasst. Er erzeugt über 4 verschiedene Buttersäuren einen ähnlichen Geruch wie die Bienen selber. Dadurch wird er im Stock nicht als Feind erkannt. Ebenso ist er gegenüber Bienenstichen recht verträglich, Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Totenkopfschwärmer auch nach 5 Bienenstichen keine Beeinträchtigungen zeigte.  

Totenkopfschwärmer beim Honig naschen
Totenkopfschwärmer beim Honig naschen

Leider ist das mit meiner Verträglichkeit von Bienenstichen nicht ganz so wie beim Falter. Bei den Nahaufnahmen hatte eine der 30000 Insassen etwas gegen mich oder die Kamera und platzierte einen Stich direkt auf meine Stirn. Am nächsten Tag sah ich dann aus wie nach der 10. Runde gegen Klitschko, o.k., ich hätte nur 10 sec. durchgehalten :-).

 

Auch wenn es nicht gerade ungefährlich ist so nahe an den Bienen ohne Schutzanzug zu arbeiten, Spaß hat es auf jeden Fall gemacht einen Einblick in diese Lebensweise zu bekommen.

 

Ich hoffe die kleine Reise in den Bienenstock hat Ihnen auch gefallen.

 

Wolfgang Hock

 

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Kommentare: 1
  • #1

    gabi (Montag, 15 August 2016 19:09)

    hallo wolfgang
    wieder ein tolles projekt mit ebensolchen bildern! klasse geworden :-) !
    lg gabi

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